Was ist Coaching?

Menschen treten in einen Coachingprozess ein, wenn sie für eine aktuell erlebte Problematik über keine ausreichenden Handlungsmuster verfügen. Dies äußert in einem diffus erlebten Unbehagen und dem Gefühl, die Situation nicht angemessen bewältigen zu können. Es wird auf Muster zurückgegriffen, die sich als eingeschränkt erweisen. Der Betroffene fühlt sich wie ein „einsamer Schiffbrüchiger in einem tosenden Ozean”. Gefühle des Ausgeliefert-seins machen sich breit.

Beim Coaching werden Probleme als Aufgaben aufgefasst, die eine Lösung erfordern. Die Lösungsmöglichkeiten werden gemeinsam mit dem Coach erarbeitet.

Der Aufbau bestimmter Fähigkeiten stehen beim Coaching im Vordergrund, z.B.

  • die Erhöhung der Frustrationstoleranz,
  • die Verbesserung von Konfliktlösungsfähigkeiten und
  • der Aufbau von verbesserten Bewältigungsstrategien,
  • um damit eine Erweiterung der Handlungsmuster zu erzielen.

Warum Coaching im wissenschaftlichen Bereich?

  • Je nach Berufswelt weisen Coaching-Themen verschiedene Akzente auf.

  • In wissenschaftlichen Berufen dominiert das Thema der Selbstkontrolle und der Selbstdisziplin. Neben vielen verwaltungstechnischen Aufgaben und der eigenen wissenschaftlichen Arbeit, muss ein Wissenschaftler viele Aufgaben im institutionellen Rahmen erfüllen, die sehr zeitaufwendig und komplex sind.

  • Es besteht die Notwendigkeit zu planen, die ‹bersicht über zeitliche Rahmen zu behalten, und eine Menge Aufgaben zu koordinieren, Synergieeffekte müssen genutzt werden können, hinzu kommen pädagogisch-psychologische Aufgaben, der Wissensvermittlung und Betreuung der Studenten.

  • Die Komplexität dieser Tätigkeit stellt sehr hohe Anforderungen an die Persönlichkeit und Selbstdisziplin, ein hohes Maß an Selbstmanagement ist notwendig, wenn in einer vorgegebenen Zeit eine Arbeit fertiggestellt sein muss (Promotion oder Habilitation), denn meistens sind wissenschaftliche Stellen zeitlich begrenzt.

  • Die Aufgabenbewältigung (Coping) erfordert bestimmte, notwendige Fähigkeiten. Wenn sie noch nicht vorhanden sind, müssen sie erlernt und entwickelt werden, um in diesem Beruf zu bestehen zu können.

  • Bei einem Lernprozess sind Krisen aller Art möglich, die meisten Betroffenen interpretieren solche Krisen und Schwierigkeiten als persönliche Defizite, sie setzen ihre Maßstäbe sehr hoch und haben einen perfektionistischen Ansatz.

  • Oft sind institutionelle Probleme für Schwierigkeiten mitverantwortlich, schnell wird der „Fehler” bei sich gesucht. Krisen mit Vorgesetzten, mit Mitarbeitern, werden als persönliches Versagen aufgefasst. Es folgen Selbstabwertungen und Selbstzweifel, die stark am Selbstwertgefühl nagen.

  • Anderen wächst die Arbeit über den Kopf, Chaos macht sich breit, der ‹berblick über die zeitlichen Fristen geht verloren, es werden Zeitpunkte verpasst, Chancen vertan.

Wie ist der Ablauf eines Coachingprozesses?

Die Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls wird angestrebt, durch Selbstsicherheitstrainings kann dieser Prozess unterstützt werden.

  • Es werden Erklärungen für bestimmte Verhaltensweisen gesucht,
  • alternative Handlungsmodelle und Handlungsstrategien diskutiert,
  • vermittelt,
  • und durch Rollenspiele eingeübt.
  • Das Zeit- und Selbstmanagement sind weitere wichtige Bausteine von Coaching.

Auch der Umgang mit schwierigen menschlichen Interaktionen (Mobbing) ist Thema eines Coachinggesprächs, schließlich gehören auch Fragen der privaten Situation und der weiteren beruflichen, Zukunftsplanung in einen solchen Rahmen.

Wenn Freiräume geschaffen und unnötige Belastungen abgebaut werden, können sich Gestaltungspotenziale wie Kreativität und Lebendigkeit besser entfalten.

Marilena Stangier


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